Männerhort
| - eine Komödie von Kristof Magnusson | ||
| Premiere am 06. Oktober 2006 im “AuGuS-Theater”, Neu-Ulm | ||
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Foto: Heinz Koch (AuGuS-Theater Neu-Ulm) |
Foto: Heinz Koch (AuGuS-Theater Neu Ulm) |
Foto: Heinz Koch (AuGuS-Theater Neu-Ulm) |
| Regie: Heinz Koch | Bühne/Kostüm: Claudia Riese | |
| Darsteller (i.o.a.): | als Helmut Ralf Schneckenburger | |
| als Erroll Christoph Franz | ||
| als Lars Richard Aigner | ||
| als Mario André Ebert | ||
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Von unserem Redakteur Roland Mayer “Südwest-Presse” Ulm. Sie verstecken sich - und sie hängen ab. Ist das der klitzekleine Unterschied für Männer, die sich im Heizungskeller eines Shopping-Centers von ihren Frauen abgeseilt haben? Doch die Runde des scheinbar starken Geschlechts hat trotz Fernseher und Pizza auf ihrer Rettungsinsel unter Tage bald nichts mehr zu Lachen. Am Theater Neu-Ulm zeigt Heinz Koch mit Kristof Magnussons “Männerhort”, dass in dieser drei Jahre jungen Komödie weit mehr steckt als nur ein bierseliges Lustspiel. “Hallo Helmut”, sagt Eroll und lässt das JoJo tanzen. Flugzeugpilot Helmut lümmelt bereits auf der Couch eines Kellers unter einem Kaufhaus - die Dose Bier in der Hand, den Fernseher laufen. Softwarespezialist Eroll hat sich von seinem ewigen Shopping-Stress auf der Suche nach der Bluse, wo der Busen drin bleibt, von seiner Frau abgeseilt. Ein dritter Kerl in roter Krawatte taucht auf: “Entspannt euch, Leute”, sagt Top-Manager Lars. In voller Eintracht wird Pizza gemampft. Doch der Fernseher macht schlapp. Ein Männer-Abend ohne Fußball? Der Gesprächsfaden ist gerissen. Doch Nummer vier bringt wieder Leben in die Bude. Mario, der Feuerwehrmann, steht plötzlich in der Tür und poltert nach Vorschrift los: “Der Aufenthalt in Schutzräumen ist nicht gestattet”. Doch im stillgelegten Heizungskeller kommt er, der erst zwei Wochen verheiratet ist, recht schnell zur Verbrüderung: “Immer kauft Marion ganz spontan die Schuhe, und ich muss sie ganz spontan wieder umtauschen”. Was man gegenüber frau so alles als Ausrede erfindet, um unter Gleichgesinnten endlich mal vom Beziehungsstress abzuschalten und auszusteigen vom Kaufkrieg der Ladies: Unverzichtbare, geschäftliche Meetings, Psychotherapie - nur nicht die Wahrheit. Doch die folgt dem Vorspiel in dieser Enthüllungskomödie, die Heinz Koch auf der Konzertsaalbühne des AuGuS Theater Neu-Ulm mit rustikalem Bierspind (Bühne und Kostüme: Claudia Riese), dezenten Musikschleusen und dem goldenen Händchen fürs hautnahe in Szene setzen der schnoddrigen Litaneien eines urkomisch-rührseligen Männertreibens abwickelt, schon mal auf dem Fuße. Was sich da nicht alles herausschält bei diesen vier ziemlich sympathischen Haudegen, deren brüchig werdende Männerphilosophie André Ebert (Mario) mit kumpelhaft-herzerfrischender Berliner Schnauze am kantigsten würzt, sich Richard Aigner (Lars) schnittig am Allgäuer Anbändel-Handy in Mister Pornovitsch verwandelt, Christoph Franz (Eroll) einen giftigen Gang einlegen müsste, wenn er sich als Kontrolleur seiner Frau outet und Ralf Schneckenburger seinem Softie (Helmut) keine plakative Farblosigkeit einbläut, weil er eben ganz Mensch bleibt. Was sich da ganz ohne Frauen, aber immer um des Pudels Kern, nicht alles herausschält und mit der Theater Neu-Ulm-Boulevard-Bühne die Zuschauer mitlachen, mitfühlen und mitleiden lässt: Das ist eine tolle Unterhaltungskomödie, die ihre läuternden Schnittstellen nicht im solidarischen Shopping-Training oder im rasenden Zeitvertreib einer “Formel 1″ durchs Kaufhaus hat, sondern im raffinierten Autoren-Trick, dass sich die Männer schließlich verbarrikadieren und ihre Frauen aber gar nicht auftauchen. … Alles Loser, oder was? Der Schlachtruf donnert einstimmig aus vier Kehlen: “Ein Platz für Männer, wir sind ein Team”. Was die nicht alles durchmachen. Die Marktlücke im Einkaufs-Center ist in der Not der Stunde entdeckt, gegründet ist der “Männerhort”. Und darin gibt’s sicher auch noch einen Platz für Helmuts Flugsimulator, dem als Pilot gekündigt worden ist. So ist dieses Lustspiel auch eine Gesellschaftskomödie, die Tragisches enthüllt und mit Witz bloß stellt. |
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