Manifest der Kommunistischen Partei
| - von vor nach Karl Marx | ||
| Premiere und Uraufführung am 27. Juni 2005 im “Dietheater”-Künstlerhaus, Wien | ||
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Fotos: Theater des Lachens-Berlin |
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| Regie: Astrid Griesbach | Dramaturgie: Andreas Poppe | Bühne: Michael Walter/Friederike Sommerfeld |
| Darsteller: | André Ebert | Markus Kofler |
| Julia Kneusel | Mathias Lenz | |
| Johannes Rhomberg | Agniezka Salamon | |
| Julia Schranz | Verena Busche | |
| Musikalische Leitung: Jürgen Kurz | Regieassistenz: Melika Ramic | Körpertraining: Martin Woldan |
| Produktion: Verena Busche/Busche und Mans | Kostüm: M. Walter/F. Sommerfeld | Stimmtraining: Thomas Butz |
| Das kommunistische Manifest gilt zu Recht als einer der Klassiker der Weltliteratur. Im Theater wird es allerdings erst in diesem Jahre aufgeführt. Das liegt sicher daran, dass es vorher schon einige Male aufgeführt wurde, wenn auch nicht im Theater. Die vorhergegangenen Aufführungen des Manifestes waren wesentlich realistischer: Staaten zerbrachen, Finanziers bekamen ihr geliebtes Kapital abgenommen, und der kalte Krieg teilte Europa in zwei Hälften…der Erfolg dieser Aufführungen ist zweifelhaft. Meistens wurden sie ausgebuht, das Publikum (Volk) verließ das Theater (die sozialistische Heimat), und eine schlechte Presse gab es außerdem. Immer noch sind die Mächtigen dieser Welt von den vergangenen Aufführungen traumatisiert. Leiseste Kritiken an ihrer geliebten Marktwirtschaft lassen sie hysterisch reagieren - so als wäre das Gespenst des Kommunismus wieder auferstanden. Aber ruhig Blut, liebe Freunde! Was nicht begraben wurde, kann auch nicht wieder auferstehen. Marx meets Mensch - die untote Idee wird von einer Horde Indivi- duen aufgegriffen und ergreift sie. Beseelt von ihrer Mission begreifen die Spieler bald die Tücken der Veränderung: über buchstabengenaue Interpretation verliert sich der Inhalt - Kampflieder verkommen zur Folklore. Die Figuren erfahren die Geschichte des letzten Jahrhunderts noch einmal am eigenen Leib. Durch die Versuchungen des Egoismus, die Verlockungen autoritärer Führerschaft hindurch kämpfen sie um eine gemeinsame Utopie. Das das nicht leicht war, wissen wir aus der Geschichte. Wie schwierig es immer noch ist, lernen die Spieler in der Auseinandersetzung mit der Idee und sich selbst. Ursprünglich planten wir, den Kommunismus auf der Bühne zu beerdigen. Angesichts des modernen Turbokapitalismus erwies sich die Utopie aber zu zäh - trotz allen Probierens war sie nicht totzukriegen. Astrid Griesbach |
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